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Coding-Geschenke für Kinder: was wirklich was bringt – und was im Schrank landet

Jedes Jahr im Dezember bekomme ich dieselbe Nachricht. Meistens von einer Mutter, manchmal von einem Opa: „Mein Kind will programmieren lernen, was soll ich schenken?“ Und fast immer steckt dahinter eine berechtigte Sorge. Coding-Spielzeug ist teuer, die Verpackungen versprechen alle das Gleiche, und niemand will, dass das schicke Geschenk nach drei Tagen unterm Bett liegt.

Ich bin Stefan, 28, Softwareentwickler. Hauptberuflich baue ich Software, am Nachmittag und Abend unterrichte ich Kinder im Programmieren, meistens ab zehn. Ich sehe also beide Seiten: die glänzenden Kartons und das, was Wochen später davon übrig ist. Dieser Text ist mein ehrlicher Wegweiser durch den Coding-Geschenke-Dschungel. Was lohnt sich, ab welchem Alter, und wo gebt ihr lieber kein Geld aus.

Erst die Frage, die fast alle überspringen

Bevor ihr irgendetwas kauft: Was reizt das Kind eigentlich?

Das klingt banal, ist aber der häufigste Grund, warum Coding-Geschenke scheitern. Ein Kind, das Minecraft liebt, freut sich über einen Roboter-Bausatz vielleicht höflich – will aber eigentlich an seiner Welt weiterbauen. Ein Kind, das gern bastelt und Dinge in der Hand hält, wird von reiner Bildschirm-Software eher gelangweilt. Das Interesse ist schon da. Ihr müsst es nur treffen.

Grob gibt es drei Richtungen. Kinder, die etwas Greifbares mögen, fahren gut mit Robotern und Bausätzen. Kinder, die am liebsten am Rechner sitzen und Spiele spielen, wollen ihre eigenen bauen. Und manche zieht es zur Technik dahinter, zum Schrauben und Tüfteln. Je nachdem fällt das gute Geschenk völlig anders aus.

Für die Jüngeren: Programmieren ohne Bildschirm

Bei kleineren Kindern, so ab vier, fünf, halte ich bildschirmfreie Roboter für die schönste Idee. Ein Bee-Bot zum Beispiel. Eine kleine Roboter-Biene, die über Knöpfe auf dem Rücken gesteuert wird: vor, zurück, drehen. Das Kind drückt eine Reihenfolge ein, die Biene fährt sie ab. Mehr nicht. Und genau das ist Programmieren im Kern – eine Abfolge von Befehlen, die hinterher wirklich passiert.

Was ich daran mag: Es gibt kein Display, keine Ablenkung, keinen App-Store. Das Kind sieht sofort, ob sein „Programm“ stimmt, weil die Biene entweder im Ziel landet oder gegen die Tischkante fährt. Fehler werden sichtbar und lustig statt frustrierend.

In dieselbe Kerbe schlagen Roboterbälle wie Sphero oder Lernroboter wie Dash, die schon etwas mehr können und meist ab acht gedacht sind. Sie kosten allerdings ein gutes Stück mehr. Bevor ihr da zugreift, würde ich ehrlich prüfen, ob das Kind nach dem ersten Tag noch dranbleibt – oder ob der Reiz vor allem der neue Gegenstand war.

Für Bastler: micro:bit und Calliope mini

Wird das Kind älter, ungefähr ab acht bis zehn, kommt mein persönlicher Favorit ins Spiel. Der micro:bit. Eine winzige Platine, kaum größer als eine Streichholzschachtel, mit ein paar Leuchtdioden, zwei Knöpfen und Sensoren. Man programmiert ihn am Rechner in einem blockbasierten Editor, schiebt das Programm rüber, und plötzlich blinkt das Ding, reagiert auf Bewegung oder zeigt einen Namen an.

Warum ich den so gern empfehle: Er verbindet das Tippen am Bildschirm mit etwas Echtem in der Hand. Das Kind schreibt keine abstrakte Zeile Code, es bringt ein physisches Gerät dazu, etwas zu tun. Diese Brücke zwischen Bildschirm und Wirklichkeit fehlt vielen reinen Software-Geschenken. Alles Wissenswerte und kostenlose Projekte findet ihr auf der offiziellen micro:bit-Seite. Das deutsche Gegenstück heißt Calliope mini und wird an vielen Grundschulen eingesetzt – falls ihr wollt, dass das Kind etwas in der Hand hat, das es aus dem Unterricht wiedererkennt.

Preislich liegt so eine Platine im Bereich eines guten Brettspiels, nicht eines teuren Roboters. Für das, was man damit machen kann, finde ich das fast geschenkt.

Für die Lego-Fans: Roboter, die man baut

Wenn euer Kind sowieso stundenlang mit Lego baut, gibt es eine fast schon offensichtliche Brücke. Die Lego-Roboter-Reihen (je nach Alter Boost oder Spike) verbinden den vertrauten Stein mit Motoren, Sensoren und einer App zum Programmieren. Das Kind baut erst ein Modell, ein Fahrzeug, ein Tier, einen Greifarm, und bringt es danach per Code zum Leben.

Das Schöne daran ist der sanfte Übergang. Bauen kann das Kind schon, das ist kein Neuland. Das Programmieren kommt obendrauf, in kleinen, machbaren Schritten. Der Haken: Diese Sets gehören zu den teureren Geschenken auf dieser Liste. Ich würde sie nur kaufen, wenn die Lego-Leidenschaft echt ist und nicht nur eine Phase.

Für die Gamer: das eigene Spiel statt noch eines Spiels

Jetzt zu der Gruppe, die ich am häufigsten im Unterricht habe. Kinder, die zocken. Minecraft, Roblox, Fortnite. Bei denen ist das beste Geschenk oft kein Gegenstand, sondern der Anstoß, vom Spieler zum Macher zu werden.

Und das kostet erst mal nichts. Scratch, die blockbasierte Programmierumgebung vom MIT, ist komplett kostenlos und läuft im Browser. Damit baut ein Kind sein erstes eigenes Spiel an einem Nachmittag. Wer das verschenken will, packt eben kein Programm in den Karton, sondern ein gutes Buch dazu. Es gibt schön gemachte Scratch-Bücher für Kinder mit Schritt-für-Schritt-Projekten, die genau diesen Einstieg begleiten. Ein Buch plus die kostenlose Software ist eines der günstigsten und zugleich sinnvollsten Coding-Geschenke überhaupt.

Liebt das Kind eine bestimmte Welt, lohnt der gezielte Blick. Für Minecraft-Fans gibt es eigene Wege, die eigene Welt mit Code zu verändern – dazu habe ich in Minecraft programmieren für Kinder ausführlich geschrieben. Wer lieber eigene Roblox-Spiele bauen will, findet im Roblox-Beitrag den passenden Fahrplan. Und wenn das Kind über Scratch hinausgewachsen ist und „richtigen“ Code tippen will, führt der Weg oft zu Python.

Ein Hinweis aus Erfahrung: Bei Roblox kostet vieles im Spiel echtes Geld, über die Währung Robux. Wenn ihr eine Geschenkkarte verschenkt, sprecht vorher kurz über ein Limit. Das erspart später Diskussionen.

Für die Technik-Tüftler: Raspberry Pi

Ist das Kind schon weiter, neugierig auf das, was unter der Haube steckt, und ungefähr ab zehn, elf, dann ist ein Raspberry Pi ein kleines Tor in eine große Welt. Das ist ein vollwertiger Mini-Computer für wenig Geld, auf dem man basteln, programmieren und sogar eigene kleine Server bauen kann.

Ehrlich gesagt ist das kein Geschenk für jedes Kind. Es will jemanden, der dranbleibt, der sich an einer Fehlermeldung nicht entmutigen lässt, der Spaß am Ausprobieren hat. Bei dem richtigen Kind aber kann so ein Gerät zur jahrelangen Spielwiese werden. Bei dem falschen verstaubt es. Ihr kennt euer Kind am besten.

Wovon ich abrate

Nicht alles, was „Coding“ auf der Verpackung stehen hat, hält, was es verspricht. Bei sehr teuren Robotern mit einer einzigen, festen App bin ich vorsichtig. Oft ist der Bewegungsumfang klein, die Programmier-Möglichkeiten enden schnell, und nach einer Woche ist die Luft raus. Da steckt mehr Marketing als Lerneffekt drin.

Auch von Geräten, die alles können sollen und für jedes Alter gleichzeitig gedacht sind, halte ich wenig. Ein Werkzeug, das einen Vierjährigen und einen Zwölfjährigen begeistern will, trifft meist keinen von beiden richtig. Lieber etwas, das zum Alter und zum Interesse passt, als das teuerste Komplettpaket im Regal.

Das Geschenk, das mitwächst

Ich wäre kein guter Lehrer, wenn ich das nicht ansprechen würde. Das Coding-Geschenk, das am längsten hält, ist kein Gegenstand. Es ist der Mensch, der danebensitzt, wenn das Kind nicht weiterkommt.

Genau da sehe ich den Unterschied bei meinen Schülern. Ein Buch ist großartig, bis Seite 14 plötzlich nicht funktioniert und niemand erklären kann, warum. Ein Roboter ist toll, bis er etwas tun soll, das in der Anleitung nicht steht. In diesen Momenten geben Kinder allein oft auf. Zu zweit kommen sie weiter. Deshalb verschenken bei mir immer wieder Eltern und Großeltern ein paar Unterrichtsstunden – manchmal zusätzlich zum micro:bit, manchmal ganz allein.

Wie so ein Online-Einzelunterricht abläuft und warum er gerade beim Einstieg so viel bringt, habe ich im Überblicksartikel Programmieren lernen für Kinder beschrieben. Und falls ihr noch unsicher seid, welche Programmiersprache überhaupt zum Kind passt, hilft euch Programmiersprachen für Kinder bei der Wahl.

So funktioniert ein Stunden-Geschenk bei mir

Ganz unkompliziert. Der Unterricht läuft komplett online, im Einzelunterricht, zu eurer Wunschzeit. Eine Stunde mit 60 Minuten kostet 39,99 €, 90 Minuten 54,99 €, zwei Stunden 69,99 €. Das erste Kennenlernen ist kostenlos. Da schaue ich mit dem Kind gemeinsam, was es eigentlich bauen will, und ihr seht, ob die Chemie stimmt, bevor ihr irgendetwas verschenkt. Neue Familien bekommen mit dem Code NEU2026 einen Rabatt auf die ersten Stunden.

Wenn ihr also vor dem Regal steht und nicht wisst, ob der Roboter für 150 Euro oder doch lieber etwas anderes: Bucht einfach einen kostenlosen Kennenlern-Termin. Wir finden zusammen heraus, was zu eurem Kind passt. Vielleicht ist es der micro:bit. Vielleicht ein Buch und ein freier Scratch-Nachmittag. Vielleicht ein paar Stunden zu zweit. Und manchmal ist es einfach die Frage, die ich ganz am Anfang gestellt habe: Was reizt dich eigentlich?

Häufige Fragen von Eltern und Großeltern

Ab welchem Alter lohnt sich Coding-Spielzeug? Schon ab vier, fünf mit bildschirmfreien Robotern wie dem Bee-Bot. Ab acht kommen Platinen wie der micro:bit dazu, ab zehn dann anspruchsvollere Sachen wie ein Raspberry Pi. Wichtiger als das genaue Alter ist, ob das Geschenk zum Interesse des Kindes passt.

Was ist das beste günstige Coding-Geschenk? Ein gutes Scratch-Buch in Kombination mit der kostenlosen Software. Scratch läuft gratis im Browser, das Buch begleitet die ersten Projekte. Für unter 20 Euro bekommt ein Kind damit einen vollwertigen Einstieg ins Programmieren.

Roboter, micro:bit oder Software – was ist besser? Das hängt vom Kind ab. Bastler und Tüftler lieben etwas Greifbares wie micro:bit oder Lego-Roboter. Gamer wollen meist ihr eigenes Spiel bauen, dafür reicht oft schon Scratch oder der Weg über Minecraft und Roblox. Es gibt kein „besser“, nur ein „besser für dieses Kind“.

Mein Kind zockt nur. Ist Coding-Spielzeug da sinnvoll? Gerade dann. Kinder, die viel spielen, haben oft den größten Antrieb, selbst etwas zu bauen. Den Wechsel vom Spieler zum Macher finde ich bei genau diesen Kindern am eindrucksvollsten – sie wissen ja schon ganz genau, wie ein gutes Spiel sich anfühlen soll.

Kann man Programmierunterricht verschenken? Ja. Viele Eltern und Großeltern verschenken bei mir ein paar Einzelstunden, oft zusammen mit einem passenden Gerät oder Buch. Der kostenlose Kennenlern-Termin lässt sich vorab buchen, danach klären wir den Rest u

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