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Programmieren in den Sommerferien: was Kinder in sechs Wochen wirklich schaffen

Sechs Wochen frei. Am ersten Tag ist es das Paradies, am vierten kommt das erste „Mir ist langweilig”, und irgendwo in Woche drei sitzt das Kind dann doch wieder vier Stunden am Tablet, ohne dass jemand so recht weiß, was es da eigentlich macht. Kennt ihr? Ich höre das jeden Sommer von Eltern, kurz bevor die Ferien losgehen.

Ich bin Stefan, 28, Softwareentwickler. Hauptberuflich baue ich als CTO Software für eine Firma, abends und in den Ferien bringe ich Kindern ab 10 das Programmieren bei – online, eins zu eins. Und der Sommer ist dafür ehrlich gesagt die beste Zeit des Jahres. Kein Schulstress, kein Hausaufgaben-Hintergedanke, kein „aber morgen ist Mathearbeit”. Nur Zeit und Neugier. Genau das, was ein erstes eigenes Projekt braucht.

Hier schreibe ich auf, warum die Sommerferien sich dafür anbieten, was ein Kind in der Zeit realistisch hinkriegt, und wie ihr das angeht, ohne dass es nach Nachhilfe schmeckt.

Warum ausgerechnet die Ferien?

Während der Schulzeit ist Programmieren bei den meisten meiner Schüler ein Termin in der Woche. Eine Stunde, dann wieder sieben Tage Pause, in denen die Hälfte verblasst. Im Sommer kippt dieses Verhältnis. Plötzlich kann ein Kind zwei Tage hintereinander an derselben Sache sitzen, und genau dann passiert das Gute: Es behält den roten Faden. Es wacht morgens auf und weiß noch, woran es gestern hing.

Dazu kommt der Kalender. Die deutschen Sommerferien ziehen sich je nach Bundesland von Ende Juni bis Mitte September, und sie sind versetzt – die genauen Termine stehen bei der Kultusministerkonferenz. Heißt: Selbst wenn ihr zwei Wochen wegfahrt, bleibt drumherum genug übrig für ein kleines Projekt. Online-Unterricht macht das einfach. Kein Anfahrtsweg, keine feste Kurswoche, an die man gebunden ist. Wir legen die Stunden um euren Urlaub, das Sommercamp oder den Besuch bei Oma herum.

Und es gibt einen Punkt, den viele unterschätzen: Im Sommer ist der Kopf des Kindes leer im besten Sinne. Es muss nichts nebenbei für die Schule leisten. Was es lernt, lernt es, weil es will. Diese Sorte Lernen hält.

Was geht in sechs Wochen realistisch?

Ich werde das oft gefragt, und meine ehrliche Antwort lautet: erstaunlich viel, wenn man klein anfängt. Ein Kind muss am Ende der Ferien keine App im Store haben. Es soll ein Ding haben, das läuft und das ihm gehört.

Bei einem zehnjährigen Anfänger sieht ein guter Sommer so aus: In den ersten Tagen bauen wir mit Scratch ein erstes Mini-Spiel – eine Figur, die Münzen einsammelt, mit Punktestand und einem Geräusch, wenn’s klappt. Das steht nach zwei, drei Sitzungen. Den Rest der Ferien verbringen wir damit, es größer zu machen. Ein zweites Level. Ein Gegner. Ein Startbildschirm. Am Ende ist aus dem Münzen-Spiel etwas geworden, das das Kind seinen Freunden zeigt. Scratch ist übrigens kostenlos und läuft im Browser – ihr könnt euch das direkt auf scratch.mit.edu ansehen.

Ältere Kinder, so ab zwölf, wollen meist mehr. Die einen bauen Minecraft-Mods und verändern damit ein Spiel, das sie sowieso lieben. Andere steigen in Roblox ein und bauen eine eigene kleine Welt, die online steht. Und wieder andere wollen „richtigen Code” und fangen mit Python an – ein kleines Ratespiel, ein Taschenrechner, ein Programm, das ihren Namen in ASCII-Buchstaben malt. Was wir machen, hängt komplett vom Kind ab. Welche Sprache zu welchem Alter passt, habe ich im Vergleich Programmiersprachen für Kinder sortiert.

Was in sechs Wochen nicht geht: aus einem Kind, das Pfeiltasten gerade so findet, einen kleinen Entwickler machen. Wer das verspricht, lügt. Programmieren ist ein langes Spiel. Der Sommer ist der Anfang davon, nicht das Ziel.

Der Unterschied zwischen Daddeln und Machen

Hier wird’s mir wichtig, und ich habe dazu eine klare Meinung. Bildschirmzeit ist nicht gleich Bildschirmzeit. Vier Stunden YouTube und vier Stunden am eigenen Spiel basteln sehen von außen ähnlich aus – ein Kind, ein Bildschirm – sind innen aber komplett verschieden. Das eine konsumiert. Das andere baut.

Eine Mutter hat mir mal gesagt, ihr sei der Sommer davor unangenehm gewesen, weil ihr Sohn „nur gezockt” habe. Im Sommer drauf hat er mit mir ein eigenes Jump’n’Run gebaut. Gleiche Stundenzahl am Rechner, ungefähr. Aber sie hat ihn zum ersten Mal sagen hören: „Mama, guck mal, das hab ich programmiert.” Das ist der Unterschied. Wenn ihr ohnehin mit der Sommer-Bildschirmzeit ringt, lohnt sich dazu mein Text über sinnvolle Bildschirmzeit – kurz gesagt: Es geht weniger um die Menge, mehr darum, ob das Kind Schöpfer oder bloß Zuschauer ist.

Ich will Gaming gar nicht schlechtreden. Die meisten meiner besten Schüler sind durchs Zocken überhaupt erst neugierig geworden, wie so ein Spiel von innen funktioniert. Der Sommer ist ein guter Moment, diese Neugier einmal umzudrehen.

Camp, App oder Einzelunterricht – was passt?

Es gibt im Sommer grob drei Wege, und sie passen zu verschiedenen Kindern.

Ferien-Camps in Präsenz sind super für Kinder, die das Soziale suchen – eine Woche, eine Gruppe, am Freitag wird präsentiert. Der Haken: feste Woche, oft Anfahrt, und in der Gruppe richtet sich das Tempo nach dem Schnitt. Ein schnelles Kind langweilt sich, ein vorsichtiges kommt nicht hinterher.

Lern-Apps und Gratis-Tutorials sind der billigste Einstieg, und für die allerersten Schritte taugen sie. Mein Vorbehalt ist immer derselbe: Solange ein Kind ein Tutorial nachbaut, läuft alles. Sobald es etwas Eigenes will, fehlt der, der die eine Frage beantwortet, an der gerade alles hängt. Genau in dieser Lücke geben die meisten Kinder allein auf. Nicht aus Faulheit, sondern weil niemand da war.

Und dann gibt es das, was ich mache: Einzelunterricht, online, ein Kind, sein Projekt. Hakt es, hängen wir uns sofort rein. Wird es zu leicht, drehe ich auf. Das Kind arbeitet die ganze Zeit an seiner Sache, nicht an einer Übung für alle. Vier Jahre an einer Programmierschule haben mir gezeigt, wie schnell ein Kind in der großen Gruppe untergeht, wenn keiner merkt, dass es seit zehn Minuten am selben Fehler klebt. Den großen Überblick über alle Wege gibt es im Pillar-Artikel Programmieren lernen für Kinder.

Ehrlich? Eine Mischung ist oft am besten. Ein Camp für den sozialen Funken, danach Einzelstunden, um das Projekt wirklich fertigzukriegen.

Wie ihr den Sommer angeht, ganz praktisch

Fangt klein an. Setzt euch in der ersten Ferienwoche eine halbe Stunde mit dem Kind hin und öffnet Scratch. Lasst es eine Figur über den Bildschirm bewegen. Mehr nicht. An dieser einen halben Stunde seht ihr mehr als an jeder Broschüre, ob der Funke da ist.

Plant nicht zu viel. Zwei feste Termine pro Woche sind im Sommer mehr wert als ein straffer Tagesplan, der nach drei Tagen kippt. Und lasst das Kind das Thema wählen. Ein Spiel über seinen Lieblings-Fußballverein zieht es durch Frust, den ein vorgegebenes Schulprojekt nie übersteht.

Wenn ihr unsicher seid, ob euer Kind alt genug ist: Ab etwa zehn klappt Scratch gut, für echten Code wird es meist ab zwölf rund. Aber Alter ist ein Richtwert, kein Gesetz – ich hatte schon Zehnjährige, die Wenn-dann-Logik im Schlaf beherrschten.

Was es bei mir kostet

Eine Einzelstunde von 60 Minuten kostet 39,99 €. Wer mehr am Stück macht, zahlt pro Stunde weniger: 90 Minuten 54,99 €, zwei volle Stunden 69,99 €. Im Sommer empfehle ich oft die 90 Minuten, weil dann Zeit bleibt, ein Projekt an einem Tag ein gutes Stück voranzubringen, statt mitten im spannenden Teil aufzuhören.

Das Kennenlernen kostet nichts. Ein halbstündiger Termin, in dem dein Kind und ich uns unterhalten, ich seine Interessen abklopfe und wir vielleicht schon die erste Figur zum Laufen bringen. Danach entscheidet ihr in Ruhe. Neukunden bekommen mit dem Code NEU2026 zusätzlich 40 € auf die erste Buchung.

Holt euch den Sommer-Termin

Mein Rat: Wartet nicht bis Mitte August. Die ersten Ferienwochen sind die mit der meisten Energie, und mein Kalender ist im Sommer schneller voll als sonst. Wenn ihr wollt, dass euer Kind mit etwas Selbstgebautem aus den Ferien kommt, bucht den kostenlosen Kennenlern-Termin und wir finden zusammen heraus, was zu ihm passt.

Fragen vorab? Schreib mir an stefan@uhlenberg.dev oder ruf an unter (+49) 177 3328334.

Häufige Fragen zu Programmieren in den Sommerferien

Ab welchem Alter lohnt sich ein Programmier-Projekt in den Ferien?

Mit Scratch klappt es gut ab etwa zehn Jahren, weil dort die Logik über Blöcke kommt und kaum getippt werden muss. Für echten Code wie Python wird es meist ab zwölf rund. Alter ist aber nur ein Richtwert – kommt ein Kind schon von einem Block-Tool, geht oft auch früher mehr.

Was kann mein Kind in den Sommerferien realistisch schaffen?

In sechs Wochen entsteht gut ein kleines, eigenes Projekt: ein einfaches Spiel in Scratch, eine erste Minecraft-Mod oder ein kleines Python-Programm. Wichtig ist klein anzufangen und es Stück für Stück größer zu machen. Eine fertige App im Store ist unrealistisch – ein Ding, das läuft und dem Kind gehört, dagegen sehr gut machbar.

Lohnt sich Online-Unterricht in den Ferien trotz Urlaub?

Ja, gerade dann. Weil alles online läuft, lassen sich die Termine flexibel um Urlaub, Camps oder Besuche herumlegen. Selbst bei zwei Wochen Abwesenheit bleibt drumherum genug Zeit für ein Projekt, und die deutschen Ferien sind je nach Bundesland ohnehin versetzt.

Camp, App oder Einzelunterricht – was ist besser?

Camps sind toll fürs Soziale, haben aber feste Wochen und ein Gruppentempo. Apps sind günstig für die ersten Schritte, lassen das Kind aber allein, sobald es etwas Eigenes will. Einzelunterricht richtet sich ganz nach dem Kind und seinem Projekt. Eine Mischung – Camp für den Funken, Einzelstunden zum Fertigstellen – funktioniert oft am besten.

Ist so viel Bildschirmzeit im Sommer ein Problem?

Es kommt darauf an, was am Bildschirm passiert. Ein Kind, das ein eigenes Spiel baut, konsumiert nicht, sondern erschafft etwas. Das ist eine andere Art von Zeit als reines Videoschauen. Worauf es bei Bildschirmzeit wirklich ankommt, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben.

Wie schnell bekomme ich im Sommer einen Termin?

Am besten früh anfragen. Die ersten Ferienwochen sind beliebt und mein Sommer-Kalender füllt sich schneller als während der Schulzeit. Der kostenlose Kennenlern-Termin lässt sich unkompliziert über die Website buchen.

uhlenberg.de
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