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Was kostet ein Programmierkurs für Kinder? Ein ehrlicher Preisvergleich

Die Frage kommt fast immer im Kennenlern-Gespräch, meistens erst zum Schluss, meistens mit einer kleinen Pause davor. „Und was kostet das jetzt?“

Ich verstehe die Zurückhaltung. Programmierunterricht ist ein Markt ohne Preisschilder: Manche Anbieter verstecken die Zahl hinter einem Formular, andere werben mit Monatsabos, wieder andere verlangen für ein Wochenende so viel wie ich für vier Einzelstunden. Wer da vergleichen will, vergleicht Äpfel mit Kirschen.

Deshalb hier einmal alles offen. Was die verschiedenen Formate wirklich kosten, was mein Unterricht kostet, wo ich zu teuer bin – und wo es Angebote gibt, die keinen Cent kosten und trotzdem gut sind.

Die vier Preisklassen im Überblick

Grob gibt es vier Wege, wie ein Kind in Deutschland programmieren lernt. Sie unterscheiden sich weniger im Inhalt als in der Frage, wie viele Kinder auf eine erwachsene Person kommen.

Kostenlos. Scratch, Code.org, YouTube-Tutorials, die Bibliothek um die Ecke, ehrenamtliche Coding-Clubs. Preis: 0 €. Die Software für den Einstieg ist komplett gratis, daran scheitert es nie.

Gruppenkurse und Ferienworkshops. Hier liegt die Spanne am weitesten auseinander. Die gemeinnützige Hacker School bietet Online-Kurse an zwei Tagen à vier Stunden für 30 € an, den Preis darf man sogar selbst festlegen. Kommerzielle Ferienkurse rufen für eine Woche schnell 120 bis 250 € auf. Pro Stunde landet man irgendwo zwischen 4 und 25 €.

Fortlaufende Kurse im Abo. Wöchentlich eine Gruppenstunde, Vertrag über mehrere Monate, oft 60 bis 130 € im Monat. Klingt harmlos. Aufs Jahr gerechnet ist es der teuerste Weg, wenn das Kind nach acht Wochen keine Lust mehr hat und die Kündigungsfrist zwei Monate beträgt.

Einzelunterricht. Zwischen 30 und 60 € die Stunde, je nach Anbieter und Qualifikation. Auf Vermittlungsplattformen wie Superprof liegt der Schnitt bei etwa 30 € – nach unten geht es weiter, dann unterrichtet aber oft jemand, der selbst noch im dritten Semester sitzt.

Ich sortiere mich in die letzte Kategorie ein. Eine Stunde bei mir kostet 39,99 €.

Was mein Unterricht kostet – und warum

Keine Anmeldegebühr, kein Abo, keine Mindestlaufzeit. Ihr bucht Stunde für Stunde, und wenn es nach vier Terminen nicht passt, hört es nach vier Terminen auf. Neukunden bekommen mit dem Code NEU2026 einen Rabatt auf den Einstieg.

Warum die längeren Blöcke pro Stunde günstiger sind, hat einen praktischen Grund: Programmieren hat eine Aufwärmphase. Die ersten zehn Minuten gehen für „was hast du seit letzter Woche gebaut“ und das Hochfahren der Projekte drauf. Bei 60 Minuten ist das ein Sechstel der Zeit. Bei 120 Minuten fällt es kaum ins Gewicht, und das Kind kommt in den Zustand, in dem es wirklich vorankommt. Mit den meisten meiner Schüler arbeite ich deshalb in 90-Minuten-Blöcken.

Ehrlich zur Frequenz: Einmal pro Woche ist der Normalfall. Das sind rund 160 € im Monat bei 60-Minuten-Stunden. Alle zwei Wochen funktioniert auch, dauert aber länger, bis etwas Vorzeigbares entsteht. Weniger als das lohnt sich meiner Meinung nach nicht – dann vergisst das Kind zwischen den Terminen mehr, als es dazulernt.

Der Vergleich, den niemand macht: Preis pro Kind und Minute

Ein Gruppenkurs für 30 € klingt neben 39,99 € nach einem Schnäppchen. Bis man nachrechnet, wie viel Aufmerksamkeit ein einzelnes Kind darin abbekommt.

Bei acht Kindern und einem Kursleiter sind das rechnerisch siebeneinhalb Minuten pro Kind und Stunde. Praktisch ist es weniger, weil zwei Kinder mit einer hängenden Zoom-Verbindung kämpfen und eines das Programm nicht installiert bekommen hat. Im Einzelunterricht sind es 60 Minuten. Wenn mein Schüler an einer kaputten Kollisionsabfrage hängt, sehe ich das in dem Moment, in dem es passiert – und nicht, wenn er nach zwanzig Minuten Frust aufgibt.

Das rechtfertigt nicht jeden Preis. Aber es erklärt, warum ich Gruppenkurse für den falschen Sparhebel halte, wenn ein Kind schon einmal frustriert abgebrochen hat.

Wo ich Gruppenkurse besser finde

Es gibt Kinder, bei denen ich abrate, mit Einzelunterricht anzufangen. Wer noch gar nicht weiß, ob ihn das überhaupt interessiert, ist in einem Ferienworkshop besser aufgehoben – da sitzen andere Kinder, es ist laut, es macht Spaß, und nach einer Woche weiß man, woran man ist. Für 30 € bei der Hacker School bekommt man diese Antwort ziemlich günstig.

Und wenn Geld gerade wirklich knapp ist: Code it! bietet für die Sommerferien 2026 kostenfreie Online-Programmierkurse an, finanziert über eine Unternehmensförderung. Ich verlinke hier bewusst auf einen Anbieter, der mir Kunden wegnimmt. Ein Kind, das programmiert, ist mir lieber als eins, das es sich nicht leisten kann.

Mehr Ideen für die freien Wochen habe ich im Beitrag über Programmieren in den Sommerferien gesammelt.

Die versteckten Kosten (es sind weniger, als ihr denkt)

Eltern fragen mich regelmäßig, was sie neben dem Unterricht noch anschaffen müssen. Antwort: fast nichts.

Die Software ist kostenlos. Scratch läuft im Browser, Python ist Open Source, Godot ist Open Source, Roblox Studio und Unity sind für Kinderprojekte gratis. Ich habe noch nie einem Elternteil gesagt, er solle eine Lizenz kaufen.

Bleibt die Hardware. Und da wird oft zu viel ausgegeben. Ein Gaming-Laptop für 1.200 € ist für Scratch und Python komplett überdimensioniert – ein sechs Jahre alter Rechner mit 8 GB RAM reicht für die ersten zwei Jahre locker. Erst bei Unity in 3D wird es enger. Was ihr wirklich braucht, steht im Beitrag über den passenden Laptop zum Programmieren.

Ein ordentliches Headset mit Mikrofon für 30 € ist die einzige Anschaffung, die ich wirklich empfehle. Online-Unterricht mit dem eingebauten Laptop-Mikro ist für beide Seiten anstrengend.

Was ihr für euer Geld tatsächlich bekommt

Ich bin 28, hauptberuflich Softwareentwickler und als CTO und CISO bei ClickKraft für Systeme verantwortlich, die täglich laufen müssen. Ich unterrichte Kinder ab 10 Jahren, weil ich es gern mache, nicht weil ich davon leben muss. Das hat einen Nebeneffekt: Ich muss niemanden in einen Vertrag drücken.

Was in der Stunde passiert, richtet sich danach, was das Kind bauen will. Der eine baut seit sechs Wochen an einem Tower-Defense in Godot. Eine andere hat mit Scratch angefangen und ist inzwischen bei Python. Wenn jemand in der Schule bei Informatik hängt, machen wir daraus Informatik-Nachhilfe und schauen uns die Klausurthemen an. Denselben Preis, anderes Thema.

Ein Punkt, bei dem ich ehrlich sein will: Es gibt Kinder, bei denen das nicht funktioniert. Wer sich unter Zwang hinsetzt, weil die Eltern das für die Zukunft wichtig finden, lernt in 60 Minuten wenig. Das merkt man meistens schon im kostenlosen Kennenlern-Termin, und dann sage ich das auch. Mir ist eine abgesagte Buchung lieber als drei zähe Stunden.

Wie ihr am günstigsten anfangt

Nehmt den kostenlosen Kennenlern-Termin. Er dauert etwa 20 Minuten, das Kind zeigt mir, was es schon gemacht hat oder was es machen will, und wir schauen, ob es passt. Das kostet nichts, und es gibt keinen Haken – keine Kreditkarte, kein Abo, das man kündigen muss.

Danach würde ich mit vier bis sechs Einzelstunden beginnen und dann entscheiden. In dieser Zeit entsteht meistens ein erstes kleines Spiel, das man Oma zeigen kann. Wenn der Funke bis dahin nicht übergesprungen ist, springt er auch bei Stunde zwanzig nicht mehr über.

Eine breitere Einordnung, welche Wege es überhaupt gibt, findet ihr im Überblick Programmieren lernen für Kinder.

👉 Kostenlosen Kennenlern-Termin buchen

Häufige Fragen zu den Kosten

Was kostet eine Stunde Programmierunterricht für Kinder?

Im Einzelunterricht liegen die Preise in Deutschland etwa zwischen 30 und 60 € pro Stunde. Bei mir kostet eine 60-Minuten-Stunde 39,99 €, 90 Minuten kosten 54,99 € und zwei Stunden 69,99 €. Gruppenkurse sind pro Stunde günstiger, dafür teilt sich ein Kind die Aufmerksamkeit mit sieben anderen.

Gibt es kostenlose Programmierkurse für Kinder?

Ja. Scratch und Code.org sind komplett kostenlos, viele Bibliotheken und ehrenamtliche Coding-Clubs bieten Treffen ohne Gebühr an, und einzelne Anbieter finanzieren Ferienkurse über Sponsoren. Für den ersten Kontakt reicht das oft aus. Was fehlt, ist jemand, der beim Fehler daneben sitzt.

Muss ich einen Vertrag abschließen oder ein Abo buchen?

Bei mir nicht. Ihr bucht einzelne Termine, es gibt keine Mindestlaufzeit und keine Kündigungsfrist. Bei fortlaufenden Gruppenkursen anderer Anbieter sind Laufzeiten von drei bis zwölf Monaten üblich – da lohnt ein Blick ins Kleingedruckte, bevor die Begeisterung des Kindes getestet wurde.

Welche Hardware muss ich zusätzlich kaufen?

In der Regel keine. Ein vorhandener Laptop mit 8 GB RAM reicht für Scratch, Python, Godot und Roblox. Sinnvoll ist ein Headset mit Mikrofon für rund 30 €. Ein Gaming-PC wird erst bei aufwendigen 3D-Projekten in Unity zum Thema, und dann ist das Kind meist schon zwei Jahre dabei.

Lohnt sich der teurere Einzelunterricht überhaupt?

Das hängt vom Kind ab. Wenn es noch gar nicht weiß, ob Programmieren sein Ding ist, ist ein günstiger Gruppenkurs der bessere Test. Wenn es ein konkretes Projekt im Kopf hat, schon einmal an einem Tutorial gescheitert ist oder in der Schule Probleme in Informatik hat, holt Einzelunterricht die Zeit wieder rein, die sonst im Frust verpufft.

Wie oft sollte mein Kind Unterricht nehmen, damit sich das Geld lohnt?

Wöchentlich funktioniert am besten. Alle zwei Wochen geht auch, dauert aber spürbar länger, bis ein Projekt fertig wird. Seltener rate ich ab: Dann geht zwischen den Terminen mehr verloren, als in der Stunde dazukommt – und genau dieses Geld ist dann wirklich schlecht angelegt.

uhlenberg.de
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